Neuste Verschlimmbesserung für Altrip

In Altrip hat man wieder tief in die Mottenkiste gegriffen und neue Verschlimmbesserungen im Nahverkehr nach Altrip über die Fähre beschlossen und umgesetzt.
Die Fußgäste* der Linie 98 über die Fähre nach Mannheim dürfen nun noch mehr laufen _ bei Wind und Wetter, in brüllender Hitze und eisigem Schnee.
Ist das nicht toll?
Bisher brauchte man für die eigentlich attraktive Direktverbindung von Altrip nach Mannheim Neckarau ca. 10 Minuten. Nun sind es am Nachmittag ca. 30 Minuten, weil man die Gäste laufen lässt. Summa summarum von hüben nach drüben mit Steigung und/oder Gefälle dürfen die Fußgäste ca. 600 Meter per pedes zurücklegen. Das macht Laune, verlängert die „Fahrzeit“ und schließt 1 Jahr bevor der ÖPNV per Gesetz barrierefrei werden soll alle aus, die auf eine barrierefreie Beförderung angewiesen und nicht gut zu Fuß sind.
Altrip macht’s möglich. Bedanken für diesen weiteren Rückschritt dürfen sie sich bei den „Verkehrsexperten“, die für diese Lösung zu Rate gezogen wurden und die allesamt im Gegensatz zu den eigentlichen Nutzern des Öffentlichen Nahverkehrs von dieser Verschlimmbesserung profitieren:
1. Der Fährgeschäftsführer, dem eine unattraktive Buslinie über die Fähre nützt, denn mit ÖPNV-Fahrgästen verdient man nichts, aber mit Autos,
2. dem Betreiber, der weiterhin nicht investieren muss und mit einem VW-Bus Nahverkehr spielen darf,
3. der Kreis, der in seinem ganzen Gebiet keine zweite so dämliche Gemeinde findet, die ihm seine Daseinsaufgabe abnimmt und den ÖPNV selbst bezahlt und zu guter Letzt
4. ein Großteil unserer Gemeinderäte, deren liebstes Kind das Auto bleibt, denn damit fahren sie sogar zur Gemeinderatssitzung im eigenen Ort.
So meine Freundinnen und Freunde des unzeitgemäßen Nahverkehrs.
Ich bin raus.
*Einen Hintergrundartikel gibt’s auch hier:

ÖPNV-Verhinderungsstrategie

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