ÖPNV-Verhinderungsstrategie

Fußgäste der Linie 98 auf dem Weg zur zukünftigen Haltestelle am Kreisel. Ja ok, gelogen: es können jeweils nur 8.

Die neuste ÖPNV-Verhinderungsstrategie bzgl. unserer Busverbindung Linie 98 über die Fähre nach Mannheim ist die Idee, die Linie auch nachmittags in der Rush-Hour zu unterbrechen und die Fahrgäste wie bereits morgens zwischen 7 und 8 wieder laufen zu lassen (das ist ja so gesund). Aber damit es sich auch lohnt, soll die Bushaltestelle auf der Mannheimer Seite nach oben an den Kreisel verlegt werden, womit der Fußmarsch der Fahrgäste auf ca. 400 Meter hochgejazzt wird. Da kommt Freude auf. Bei Wind und Wetter zu Fuß nicht nur den Fähranleger sondern auf der Mannheimer Seite auch noch bis zum Kreisel hochzulaufen. Tja, survival of the fittest… Kleiner Nebeneffekt: die Verbindung, die eigentlich attraktive 10-15 Minuten dauert von Altrip nach Mannheim Neckarau, dauert dann mindestens doppelt so lange und ist somit so attraktiv wie eine Eselskarre. Mit solch einer ÖPNV-Verbindung lockt man keinen Pendler hinter dem Lenkrad vor.

Ja ja ich weiß, dass das Büslein seit dem Brückenfiasko nachmittags oft nicht fahrplangerecht fahren kann, weil es sich auf der Mannheimer Seite bis in den Kreisel staut und man nach Jahren plötzlich festgestellt hat, dass das Überholen auf der Gegenfahrbahn ja verkehrswidrig und gefährlich ist. Aber die Lösung ist doch nicht, die Fahrgäste am Kreisel rauszuschmeißen, sondern die Lösung ist, eine Busspur mit Ampelschaltung einzurichten, damit das Büslein nach dem Kreisel Vorfahrt bis zur Fähre hat. Man würde somit die bisher gemeingefährliche Praxis (auf der Gegenfahrbahn zu überholen) legalisieren und verkehrssicher machen.

Apropo Büslein: wenn Kreis und Gemeinde bei diesem zusätzlichen Verkehrsaufkommen an der Fähre immer noch keinen größeren Bus als einen 8-Sitzer für nötig halten und lieber den 8-Sitzer 6x in der Stunde samt Fußmarsch für die Fahrgäste fahren lassen, statt einen barrierefreien 26-Sitzer alle 20 oder 30 Minuten ohne Fußmarsch durchpendeln zu lassen, dann ist es nun wirklich Zeit für einen Orden: Der Orden für die barrierenreichste Verbindung Deutschlands!