Das sogenannte Ärztehaus

Morgen, 24.11. um 12 Uhr endet die Einspruchsfrist gegen den Bebauungsplan des sogenannten Ärztehauses in Altrip. „Sogenannt“, weil ein dreistöckiges Wohnhaus mit 7 Wohnungen und 3 Arztpraxen meines Erachtens den Namen „Ärztehaus“ nicht verdient. Für dieses sogenannte Ärztehaus will der Gemeinderat ohne mit der Wimper zu zucken einen Teil der größten innerörtlichen Grün- und Parkfläche opfern (zudem noch ein ehemaliger Friedhof).
Warum?
Haben wir etwa zu wenig Wohnraum in Altrip? Wohl kaum. Das einzige was fehlt, sind Sozialwohnungen und die sind ja in dem Objekt nicht vorgesehen. Wir haben Leerstand im alten Ortskern und zwei Neubaugebiete und eine Brache mitten im Ort (ehemaliger REWE-Markt), die der ideale Standort für ein ernst gemeintes Ärztehaus ist. Was ist denn damit?
Ja die Praxis Dr. Walter und Kollegen braucht dringend größere Räumlichkeiten, gerne auch einen modernen Neubau, aber warum denn bitteschön auf dem Gelände des einzigen Parks in Altrip? Scheißegal, der Gemeinderat hat einem beschleunigten Verfahren ohne Prüfung sämtlicher auf der Hand liegenden Problematiken zugestimmt (Naturschutz? – alter heimischer Baumbestand, u.a. 2 ca. 90 Jahre alten Eichen / Verkehrsanalyse? – Tiefgaragenein- und ausfahrt und Gehwegparken auf dem Schulweg der Altriper Grundschüler / Bebauung? – 3-Geschossige Bauweise bei umliegenden 2-geschossigen Häusern und so weiter und so fort).
Gerade aktuell kursiert eine Petition gegen das Vorhaben, die die Sicherung des Baumbestandes im Fokus hat. Das ist für mich nur ein Punkt unter vielen aber gut, dass die Petition ins Leben gerufen wurde.
https://www.openpetition.de/petition/online/keine-abholzung-des-naturraumes-alter-friedhof
Den Bebauungsplan kann man hier anschauen/runterladen:
https://www.vg-rheinauen.de/vg_rheinauen/Leben%20in%20der%20VG/Bauen%20&%20Umwelt/Bauleitpl%C3%A4ne%20-%20Offenlage/%C3%84rtzehausV-BP_2017_09.pdf
Und hier können Sie die hanebüchenen Pläne und Begründungen lesen:
https://www.vg-rheinauen.de/vg_rheinauen/Leben%20in%20der%20VG/Bauen%20&%20Umwelt/Bauleitpl%C3%A4ne%20-%20Offenlage/

Am Mittwoch, den 29.11. um 19 Uhr findet eine öffentliche Sitzung des Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschusses statt. Tagesordnungspunkt 1 ist der Bebauungsplan „Ärztehaus“.

10 Gedanken zu „Das sogenannte Ärztehaus

  1. Wir sollten uns alle morgen um 11 Uhr auf der Gemeinde einfinden und gegen das Projekt Einspruch erheben. Wer macht mit?

    Bitte unterschreibt auch alle die Petition. Damit wir diese dann gemeinsam mit den 200 vor Ort gesammelten Unterschriften vorlegen und unserer Stimme Gehör verschaffen können.

    • Am Mittwoch, den 29.11. um 19 Uhr findet eine öffentliche Sitzung des Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschusses statt. Tagesordnungspunkt 1 ist der Bebauungsplan „Ärztehaus“.

  2. War es vom Gemeinderat und Bürgermeister einfach nur naiv, sich von dem geschickt gewählten Begriff „Ärztehaus“ so blenden zu lassen, dass jedes der zahlreichen guten Gegenargumente von ALLEN GEMEINDERATSMITGLIEDERN (die Abstimmung war einstimmig!) einfach ignoriert wurde?
    Nein, sicherlich nicht! Jeder in Altrip kennt den alten Friedhof und jeder weiß um seine Einzigartigkeit hier im Dorf. Jeder kann sich auch denken, dass so eine Planung sich eben nicht in die Umgebung einfügt und was sie für die gesamte Entwicklung im Dorf bedeuten könnte. Jeder weiß auch, dass wir in einer Demokratie leben und dass Bürgermeister und Gemeinderäte die Interessen der Bürger zu vertreten haben und nicht die Gewinnmaximierung eines einzigen Investors über alle anderen Interessen zu stellen hat. Auch wenn man kein Planer ist und sich eine mehr als dürftige Planung und Begründung unterjubeln lässt, müsste man zumindest da gestutzt haben, als es um einen einzigen Investoren für 7 Wohnungen und nur 3 Praxen auf der einzigen öffentlichen Grünfläche ging.
    Dass dann auch noch die Öffentlichkeit mit einer spröden Mitteilung im Amtsblatt abserviert wurde, ist einfach nur arrogant und sagt zudem viel aus über das breitgesessene Selbstverständnis der Herrschaften. Zumindest das könnte insgesamt nun doch nach hinten losgegangen sein, denn der Gegenwind in der Bevölkerung ist beachtlich.
    Dann sich auch noch wenige Tage später öffentlich mit Biodiversität zu schmücken, wo gerade diese mit dem „Ärztehaus“ und den anderen aktuellen Planungen (Sauerkrautfabrik, ..) komplett hintertrieben werden, lässt für mich nur noch die Frage offen, ob der Gemeinderat eigentlich nicht weiß, was er beschließt oder ob es sowieso egal ist, was er beschließt, weil er sich sowieso nicht dran hält. Wohl beides, wie einem auch die Vergangenheit lehrt.

    Wozu brauchen wir eigentlich diese Dinosaurier im Rathaus? Nach so einer Blamage ist doch jedes Vertrauen darauf, dass verantwortlich im Interesse des Gemeinwohls entschieden wird, dahin und die ganze Mannschaft kann abtreten.

    • Nicht nur in der „großen“ Politik ist ein Umdenken unbedingt er-
      forderlich. Vor allem in kleineren Einheiten (Kommunen / Nachbar-
      schaften) wird es zukünftig eine Verbesserung der Lebensverhält-nisse vor Ort, nur mit einer ausreichenden Vernetzung und einem vielfältigen Austausch geben.
      Wir dürfen uns auch in der politischen Auseinandersetzung nicht
      zum Objekt machen lassen – sondern müssen Subjekt bleiben.

      Zu der Thematik „Mitbestimmung und Einbeziehung der Menschen vor Ort“ hier ein You Tube Tip:

      „Quantenphysik und Kommunale Intelligenz“, ein Vortrag von
      Prof. Dr. Gerald Hüther (www.bewußt-gemeinsam-leben.at)

      Liebe Grüße

      Jürgen Keim

  3. Man munkelt nur – nix genaues weiß ich nicht
    Mittlerweile schwirren so viele Gerüchte durchs Dorf über die Zahl der Bäume, die abgeholzt werden sollen und andere wichtige Punkte, dass wir eine Bürgerversammlung zum Faktencheck brauchen, in der sachlich über die Faktenlage informiert wird und in der auch alternative Standorte für eine Ärztehaus besprochen werden müssen. Schade ist, dass die Verantwortlichen nicht von Anfang an die Bürger informiert und ins Boot genommen haben und dass dadurch eine Gerüchteküche entstanden ist. Denn darin sind sich wohl alle einig, die momentane Lambarene-artige Ärztehaus-Situarion muss bei aller Liebe zu Albert Schweitzer in Altrip zu einer guten Lösung geführt werden.

  4. Kleiner Tipp aus der Ferne: Blog und online-Petitionen sind schön und gut, bringen aber nichts, Emotionen und Vermutungen auch nichts. Bürgerversammlung? Der Bgm. wird dadurch nicht umgestimmt, die Abstimmung im Gemeinderat ist rechtskräftig (genau genommen hat man dafür ja den Rat gewählt) und das Verfahren wohl auch formell in Ordnung.Das Artenschutzgutachten wird das Vorhaben nicht verhindern, falls geschützte Arten gefunden werden, kann man die auch umsiedeln. Allerdings muss der Bebauungsplan vermutlich mit dem Gutachten noch einmal ausgelegt werden (bitte selbst recherchieren, ob das wirklich so ist)
    Aber es gibt Abgeordnete, die man mobilisieren kann, es gibt Naturschutzorganisationen, jedermann hat das Recht, eine Petition beim Landtag bzw. Bürgerbeauftragten einzureichen, dazu braucht es keine Mindestzahl (einfach im Internet recherchieren), es gibt die Möglichkeit, eine Bürgerbeteiligung zu verlangen (dazu braucht es allerdings eine Mindestanzahl), Bürgerinitiative ist auch möglich.
    Es gibt keinen zwingenden Grund, das Gebäude ausgerechnet an dieser Stelle zu errichten, wenn es an anderer Stelle Möglichkeiten gibt. Gründe für den Erhalt des Parks suchen. Aber: Es muss jemand die Führung übernehmen und die Initiative ergreifen und zwar schnell. Die Zeit läuft schon für das Vorhaben und immer sachlich bleiben und nur mit Fakten argumentieren. Viel Glück.

  5. Schon komisch. Ist die Betreiberin dieses Blogs nicht stellvertretendes Mitglied im Bausauschuss der Gemeinde Altrip?!
    Und wie ist das eigentlich so mit dem Politischen Stil? Faktenverdrehen, lügen und Verschwöhrungen im Rathaus erkennen? Finde ich sehr fragwürdig und erweckt sehr stark den Eindruck, als würden hier nicht Interessen der Altriper Bürger vertreten werden oder sich für die Umwelt eingesetzt, sondern als würden Anwohner versuchen ihr eigenes Interesse durchzudrücken.
    Sehr interessant finde ich auch, wie immer wieder behauptet wird, dass die Bürger nicht informiert werden. Das ist einfach gelogen. Jede Sitzung ist öffentlich, es wird alles im Amtsblatt abgedruckt und sogar die Rheinpfalz schreibt über jede Ratssitzung. Und als wenn das nicht genug wäre, sitzen in eurer „Bürgerinitative“ Mitglieder des Gemeinderates oder zumindest Mitglieder der Vertretenen Fraktionen im Rat.

    • Wenn wir mal bei den Fakten bleiben wollen:
      1. Viele Standortgegner sind keine Anwohner (ich auch nicht).
      2. „Jede Sitzung ist öffentlich“: das ist nicht korrekt, denn im Jahr 2015 wurden alle Belange zum Thema Bebauung Alter Friedhof in nicht-öffentlichen Teilen der Gemeinderatssitzungen verhandelt und beschlossen. Z. Bsp. Gemeinderatssitzung 10. Juni, 4. November 2015. Gerne würde ich zu diesen beiden Sitzungen mal das Protokoll des nicht-öffentlichen Sitzungsteil haben. Für die Bürger rückte man erst zwei Jahre später mit den schon fertigen Plänen raus. Weder gibt es ein Protokoll von diesen nicht-öffentlichen Sitzungsteilen noch berichtet die Rheinpfalz von nicht-öffentlichen Sitzungen. Klar, sonst wären sie ja öffentlich.
      3. Es geht im übrigen nicht nur um Bürger-Information sondern um BügerBETEILIGUNG am Prozess oder gar der Planung. Ja sowas ist üblich im 21. Jahrhundert.
      4. Kein Mitglied der Dorfentwicklungsinitiative sitzt im Gemeinderat. (Lediglich ich bin stellvertretendes Ausschussmitglied)

      Also bleiben Sie doch am besten selbst mal bei der Wahrheit Mr. Griffin.

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