Radfahrer und Fußgänger in die Schranken verwiesen

Gastbeitrag von Carla Draist (den ich uneingeschränkt teile):
Seit geraumer Zeit werden Fußgänger und Fahrradfahrer an der Altriper Fähre in die Schranken verwiesen. Während sich eine Schranke für die Autofahrer stets als erstes öffnet, müssen sich Fußgänger und Zweiradfahrer an der für sie geschlossenen Schranke bei schlechter Luft in Geduld üben. Sicher ist es sinnvoll, den Verkehr so zu regulieren, dass nicht alle auf einmal von der Fähre stürmen. Aber – warum nicht anders herum? Die Autofahrer warten, bis die umweltfreundlichen Verkehrsteilnehmer sicher die Fähre verlassen. Während sogar die Bundespolitik über Fahrradschnellwege für Pendler nachdenkt und auf der anderen Rheinseite ein Fahrradkongress stattfindet, verharrt man in Altrip auf der Devise „Cars first“.  Radfahrer dürfen nun jedes Mal ein Feinstaub- und Abgasbad nehmen, während zu Stoßzeiten bis zu 21 Automotoren gleichzeitig laufen. Das Gute an dieser Regelung: Radfahrer und Fußgänger werden die Folgen dieser desatrösen Klima-, Umwelt und Gesundheitspolitik, wegen ihrer sich nun verkürzenden Lebenserwartung, nicht so lange ertragen müssen wie die bevorzugten Autofahrer.

5 Gedanken zu „Radfahrer und Fußgänger in die Schranken verwiesen

  1. Vllt. hat es aber auch den Hintergrund, dass ein Radfahrer, der auf der Fähre warten muss bis alle Autos den Fährbuckel hinauf gefahren sind, weniger Gefahr läuft von einem PKW überfahren zu werden, als wenn er gerade den Fährbuckel hinauf schwankt und ihn 21 PKW überholen…

    • NA LOGISCH ist die Gefahr, mit dem Fahrrad überfahren zu werden, am geringsten, wenn man nicht Fahrrad fährt!

      Umgekehrt bedeutet es also, dass Radfahrer selber schuld sind, wenn sie überfahren werden, insbesondere, wenn sie das Risiko eingehen, sich von -hui- 21 (!) Autos überholen zu lassen. Demzufolge ist es ja geradezu selbsmörderisch, bspw. in Mannheim Fahrrad zu fahren. Dort wird man von hunderten Autos überholt (und oft auch umgekehrt – Radler überholen hunderte im Stau stehende Autos).

  2. Wie ich mein Altrip einschätze, wird man bald den Zufahrtsweg zur Fähre für Fahrräder komplett sperren, damit die Autos dort ganz legal 80 km/h fahren können.

    Fahrrad- und Fußgänger- und Motorollerschranke: Buuuh!

  3. Ich finde die Regelung gut und habe auch immer freiwillig gewartet, bis die Autos runter sind. Gerade auf der Altriper Seite nervt es, wenn man als Radfahrer vorneweg fährt und die ganzen Autos irgendwann überholen. Als Autofahrer nervt es genauso, wenn die Radfahrer die Straße versperren. Ich sehe das eher als Win-Win-Situation.

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