Stammtischparolen von Amts wegen

willko

Blumenstrauß, den Flüchtlinge bei uns überreicht bekommen ©jm

Im Amtsblatt vom 20.11. steht ein Aufruf zum ehrenamtlichen Engagement für Flüchtlinge. Wirklich? Nein es ist viel mehr eine Aufforderung, Flüchtlingen erst mal gründlich zu misstrauen, Ihre Not nicht vorbehaltlos zu glauben, sie zuvorderst über „ordnungsgemäßes Verhalten“ aufzuklären und sie einzuteilen in jene, die „nur aus wirtschaftlichen Gründen“ kommen und solche, die „aus purer Verzweiflung“ kommen.

Ich glaube, es hackt!

Stammtischparolen von Amts wegen!  Dass man sich beim Versuch, Ehrenamtliche zu finden nicht zu schade ist, bestehende Ressentiments zu bedienen und Vorurteile geradezu zu schüren, ist irgendwie schizophren. Wer bitteschön möchte sich denn nach diesem Aufruf noch engagieren?? Wer die armen Leute willkommen heißen?

Zum Glück gibt es bereits ein Netzwerk an Helfern. Und die Verwaltung sollte mal in einen Integrationskurs gesteckt werden.

 

 

2 Gedanken zu „Stammtischparolen von Amts wegen

  1. Die Geschichte von Flucht und Vertreibung gehört zur ältesten der Menschheitsgeschichte. Sie beginnt mit Adam und Eva und zieht sich, wie ein roter Faden, durch die Völkerwanderungszeit über das Zeitalter der Glaubenskriege bis in die Gegenwart von Syrienkrieg und IS-Terror. Die Gründe für Flucht und Vertreibung sind vielfältig und verschiedenartig: Kriege, Krisen, Klimawandel, Umweltkatastrophen, Gewalt, Verfolgung von andersdenkenden und andersgläubigen Menschen …
    Eine Kategorisierung in gute (verzweifelte) und schlechte (Wirtschafts-) Flüchtlinge ist anmaßend. Nur wer selbst wegen Hunger, Folter und Unterdrückung seine Heimat verlassen muss und sich auf gefährlichen, ja lebensbedrohlichen Wegen aufmacht, um erst einmal zu überleben, weiß , wie es sich anfühlt, zunächst als Fremder fremd unter Fremden zu sein.
    Aus diesem Grund brauchen wir eine Willkommenskultur – die in der letzten Gemeinderatssitzung angekündigte Begrüßung der Flüchtlinge als Gäste des stimmungsvollen Altriper Weihnachtsmarkts geht in eine gute Richtung – statt verwelktem Blumenstrauß ein Nikolaus!

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