„Ein hochgradig attraktives Angebot“

In der Rheinpfalz vom 17.9.19 kamen „Experten der Kreisverwaltung“ zu Wort, die im Zusammenhang mit dem neuen Nahverkehrsplan bestehende aber auch neue Verkehrsverbindungen untersucht haben. Es ging u.a. auch um die Busverbindung von Altrip über die Fähre nach Mannheim. Schließlich pendelt 1/3 der Altriper Berufstätigen nach Mannheim und rechnet man noch die nicht berufsbedingten Fahrten wie Arztbesuche, Freizeitangebote etc. hinzu fahren sogar mehr Menschen nach Mannheim als nach Ludwigshafen. Diesen inzwischen vielleicht umsteige-interessierten Grenzgängern (Brückensperrung in LU, drohender Verkehrskollaps im Nadelöhr über den Rhein, wenn die Hochstraße abgerissen wird) bietet man seit Jahren folgendes „hochgradig attraktives“ * ÖPNV-Angebot:

  • Ein nicht barrierefreier VW-Bus mit 8 Plätzen (Linie 98)
  • Zwischen 7 und 8 Uhr morgens fährt dieser zwar im 10-Minuten-Takt, aber an der Fähre müssen die Fahrgäste unnötigerweise aussteigen, die Rampe hier runter und und drüben wieder hoch laufen, um in den 2. VW-Bus zu steigen. Das kostet Zeit, ist bei Wind und Wetter hochgradig attraktiv und für kleine wie große ÖPNV-Nutzer durchaus sportlich.
  • Von 10 bis 13 Uhr fährt das hochgradig attraktive Angebot gar nicht, den Rest der Zeit bis 19 Uhr stündlich. Samstag und Sonntag ist hochgradig tote Hose.

Nun noch ein paar sachliche Richtigstellungen zu den Aussagen in der Zeitung:
1. Man hat im Altriper Gemeinderat nicht „immer wieder darüber diskutiert“, sondern es wurde 2015 ein einstimmiger Beschluss gefasst, dass man einen größeren Linien-Bus über die Fähre haben möchte.
2. Der größere Bus, von dem in diesem Beschluss (und im übrigen auch IN ALLEN GESPRÄCHEN MIT DEN VERKEHRSEXPERTEN) die Rede war, ist mitnichten ein großer Linienbus à la 570er sondern einer wie bspw. die Linie 62 in Mannheim. (siehe Fotos)
3. Dieser größere Bus kann genauso am Fährstau vorbeifahren wie der jetzige VW-Bus, denn er ist in erster Linie höher (barrierefrei!) und länger aber nicht wesentlich breiter. Ein solcher Bus hat 26 Plätze (8 Sitz- und der Rest Stehplätze).
4. Der Bus muss nicht an der Fähre wenden, denn er soll die Fahrgäste ja nicht wie aktuell unterwegs rausschmeißen sondern durchfahren bis Neckarau Friedrichstraße und von dort wieder retour.
5. Ein größerer Bus würde Barrierefreiheit bringen. (Ab 2022 fordert der Gesetzgeber völlige Barrierefreiheit des ÖPNV)
6. Ein größerer Bus würde den Leuten eine Alternative zum Auto bringen, denn auch der größere Bus müsste nicht im Fährstau stehen. Und wenn er durchgängig ohne Taktlücken, bis 22.30 Uhr wie die Fähre und in der Rush-Hour im 10-Minuten-Takt fahren würde, dann wär das echt ein hochgradig attraktives Angebot für uns Altriper.

*Zitat, kein Witz.