Leserbrief an die Rheinpfalz

Leserbrief zum Artikel „Da platzt plötzlich der Kragen“ von Markus Müller, vom Freitag 5.4.2019
Ganz ehrlich liebe Redaktion, mir platzt auch der Kragen, wenn ich einen solchen Artikel und Kasten lesen muss. Müllers tendenziöse, immer zu 100% bürgermeistergetreue Berichterstattung über Altriper Zustände lassen Zweifel an seiner Unabhängigkeit aufkommen. Ich frage mich ernsthaft, was er von Onkel Jacob eigtl. bekommt für seine Hofberichterstattung. Mit unabhängigem Journalismus hat das jedenfalls nichts zu tun

Fragen, die sich der Autor mal inbezug auf das Gemeinwohl stellen könnte wären: 

1. Wieso wird ein gemeindeeigenes Grundstück ohne Ausschreibung an einen Unternehmer für einen sehr günstigen Preis verkauft? Das hat ein Geschmäckle, denn wenn schon ein Teil des öffentlichen Parkgeländes privatisiert wird, hätte man doch wenigstens für das Gemeinwohl durch eine Ausschreibung an den Höchstbietenden verkaufen können.

2. Wieso hat man im Bebauungsplan denn NICHT festgelegt, dass es sich bei dem geplanten Gebäude um ein Ärztehaus handelt? Im Sinne des Gemeinwohls hätte man damit die ärztliche Versorgung im Ort sicherstellen können. Wollte man offenbar aber gar nicht. So haben die Gemeindevertreter vor Gericht sogar zugegeben, dass ja noch nicht klar sei, welche Nutzungen im Erdgeschoss des Gebäudes realisiert würden. Äh hallo? Gemeinwohl? Schließlich hat man die mehr als 130 Einwände mit der Aussage vom Tisch gewischt, ein Ärztehaus rechtfertige, dass man den Einwand ignoriert. Und am Ende werden es vielleicht nur eine Apotheke und Privatwohnungen?

3. Wegen der fehlerhaften Abwägung und erheblichen Planungsdefiziten wurde der Bebauungsplan vom OVG einkassiert. Man hat zudem das falsche Verfahren gewählt und muss nun noch mal mit dem richtigen Verfahren von vorne anfangen, womit sich das Bauvorhaben zum Schaden aller verzögert. (Und Herr Müller glauben SIe mir, egal, was Sandmännchen ihnen in der Gutenachtgeschichte erzählt, das dauert mit Sicherheit länger als 8 Monate!!) Im Sinne des Gemeinwohls dürfen wir Steuerzahler ja wohl erwarten, dass bei einem so wichtigen Bauvorhaben nicht so stümperhaft geplant wird und dass die Planung nicht gegen geltendes Recht verstößt!

Im Artikel wird der Bock zum Gärtner gemacht und die, die den Mist verzapft haben, kommen ungeschoren davon und dürfen andere, die den Mist aufgedeckt haben, an den Pranger stellen.
Verkehrte Welt? 
Ne, das ist die Müllerwelt.