Straßenbahnanschluss für Neuhofen – silbernes Warteweilche für Altrip

Heute stand in der Rheinpfalz zu lesen, dass der Rhein-Pfalz-Kreis gerne u.a. Neuhofen an das Straßenbahnnetz anschließen möchte. [Tuuuusch. Applaus.]
Zunächst soll eine Machbarkeitsstudie erstellt werden.
Die Verkehrswende schickt ihre Boten voraus. Nach Waldsee sind sie [die Boten] auch schon geritten. Dort hat man seit letztem Jahr einen halbstündigen Takt beim Bus.

Ja und reiten sie auch nach Altrip? Was dürfen die Altriper denn z.B. vom neuen Nahverkehrsplan erwarten? Isch sags Ihne gonz ehrlisch: e goldenes Nixel un e silbernes Warteweilche. Überall tut sich was inbezug auf den Nahverkehr, nur nicht bei uns. Alles bleibt beim Alten. Zukunft sieht anders aus.

Öffentlicher Nahverkehr in Altrip. Source: pixabay.com

Fahrscheinverkaufsstelle 2.0

Seit ca. 2 Wochen kann man in Altrip wieder Fahrscheine für den ÖPNV kaufen bei

Toto Lotto Kelemen
Rupprechtstraße 1
67122 Altrip
Mo: 08.30 – 12.30 Uhr
Di – Fr: 08.30 – 12:30 und 14.30 – 18.00 Uhr
Sa: 08.30-14.00 Uhr

Das ist gut so. Mehrfahrtenkarten, Wochen- Monats-, sonstige Zeitkarten gibt es dort – Fahrkarten für das ganze VRN-Verbundgebiet.

Nahverkehrt in Altrip 1

In Altrip wird Geschichte erfahrbar gemacht. Um live zu erleben wie es anno dazumal war, dürfen die Nutzer der Linie 98 nach Mannheim zwischen 7 und 8 Uhr morgens nun an der Fähre aussteigen, per Pedes via Fähre über die Ländergrenze übersetzen und werden auf der anderen Seite, wenn sie den Berg erklommen haben, wieder von einem anderen Fahrzeug aufgenommen. Aus ungesicherten Quellen habe ich erfahren, dass man den Antrag gestellt hat, die beiden Kleinbusse durch Postkutschen zu ersetzen, um das historische Erlebnis perfekt zu machen.

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Von der Postkutsche zum Motorbus

100 Jahre Motorbuslinie Landsberg-Weilheim: Vortrag über die Entstehung in Rott Von Susanne Schmidt-tesch

Die zweite Postautogeneration hatte schon Luftreifen. Hier steht der Chauffeur (links) und der Rotter Postbote (rechts) vor dem Gasthaus „Zur Post“ in Rott.

Foto: Heimatmuseum Rott/Erhard

Bis ins Jahre 1912 war die Verkehrsverbindung zwischen Landsberg und Weilheim noch äußerst dürftig. Nur einmal täglich verkehrte die Postomnibuskutsche, erklärte Referent Konrad Hölzl (Vorsitzender der Vereinigung Wessofontanum) jetzt bei einem Vortrag in Rott. Dabei kam es durchaus vor, dass man keinen Platz in der Kutsche mehr bekam und den Weg doch zu Fuß antreten musste, wie am 17. April 1909 in einem Artikel der Augsburger Zeitung zu lesen war. Konrad Erhard und sein Rotter Museumsteam hatten zu dem heimatgeschichtlichen Abend im Pfarrsaal eingeladen. Hölzl hatte sich bereits intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und ausführlich recherchiert. So wusste er, dass es schon im Jahr 1905 erste Bestrebungen gab, per Bahn eine bessere Anbindung der Dörfer Pürgen, Stoffen, Pflugdorf, Reichling, Rott und Wessobrunn nach Landsberg beziehungsweise Weilheim zu erreichen. Pfarrer Jaumann aus Hofstetten war hier die treibende Kraft. Als stiefmütterlich behandelte Gegend fühlte man sich, da benachbarte Gemeinden durchaus eine Bahnlinie bekommen hatten. Trotz aller Bemühungen vonseiten der Gemeinden wurde das Vorhaben jedoch auf die lange Bank geschoben.

Kurz darauf reichte Rott, Wessobrunn, Haid und Forst eine Petition ein, zumindest eine zweite Postomnibuslinie, also eine weitere mit Pferden gezogenen Kutsche, zwischen Weilheim und Rott verkehren zu lassen. Auch diese Bitte scheiterte.

Erst vier Jahre später reichte die Gemeinde Rott mit Bürgermeister Andreas Rauch beim Staatsministerium für Verkehrsangelegenheiten ein neues Gesuch ein, eine Motorpostlinie zwischen Rott und Weilheim einzurichten. Die umliegenden Gemeinden mit Ausnahme von Stoffen sprachen sich ebenfalls für die Linie aus. Endlich, im März 1911, teilte Oberpostdirektion Augsburg mit, unter bestimmten Voraussetzungen könne die Linie verwirklicht werden. Es müssten die Straßen entsprechend instand gesetzt sein und unterhalten werden. Zu jeder Jahreszeit müsse der einwandfreie Verkehr gewährleitet ein. Außerdem mussten sich die beteiligten Gemeinden bereit erklären, für ein Defizit bis zu einem Höchstbetrag von 3600 Mark aufzukommen. Natürlich brauchte es in Landsberg eine Motorwagenhalle für drei Fahrzeuge, in Rott einen beheizbaren Unterstellraum für zwei Motorwagen und in Weilheim für einen Wagen. Nach zähem Ringen übernahmen schließlich die Gemeinden den Räum- und Streudienst jedoch ohne Haftung. Am 31. Oktober 1912 war es soweit. Morgens um sieben fuhr der erste Motorpostwagen in Weilheim ab. In Rott kam ein zweiter mit Anhänger dazu und in Landsberg wurden die Fahrzeuge und die Halle in einem feierlichen Akt ihrer Bestimmung übergeben. Das ist nun 100 Jahre her.

 

© augsburger-allgemeine.de/landsberg/Von-der-Postkutsche-zum-Motorbus-id22915876.html

 

Schlechte Laune 3.0

Da fährt man in Barcelona morgens früh mit dem Bus zum Flughafen. Steigt in den Flieger nach Frankfurt, nimmt dort den Zug und fährt nach Mannheim. In Mannheim setzt man sich in die Straßenbahn 1 und möchte an der Friedrichstraße die Linie 98 nehmen, um nach Altrip zu fahren und steht dann fassungslos vor dem Fahrplan und stellt fest, dass die Linie 98 zwischen 10.10 Uhr und 13.35 Uhr einfach mal ganz gepflegt Pause macht. Hallo? Geht nicht mal ein stündlicher Takt? Willkommen daheim!

Radfahrer und Fußgänger in die Schranken verwiesen

Gastbeitrag von Carla Draist (den ich uneingeschränkt teile):
Seit geraumer Zeit werden Fußgänger und Fahrradfahrer an der Altriper Fähre in die Schranken verwiesen. Während sich eine Schranke für die Autofahrer stets als erstes öffnet, müssen sich Fußgänger und Zweiradfahrer an der für sie geschlossenen Schranke bei schlechter Luft in Geduld üben. Sicher ist es sinnvoll, den Verkehr so zu regulieren, dass nicht alle auf einmal von der Fähre stürmen. Aber – warum nicht anders herum? Die Autofahrer warten, bis die umweltfreundlichen Verkehrsteilnehmer sicher die Fähre verlassen. Während sogar die Bundespolitik über Fahrradschnellwege für Pendler nachdenkt und auf der anderen Rheinseite ein Fahrradkongress stattfindet, verharrt man in Altrip auf der Devise „Cars first“.  Radfahrer dürfen nun jedes Mal ein Feinstaub- und Abgasbad nehmen, während zu Stoßzeiten bis zu 21 Automotoren gleichzeitig laufen. Das Gute an dieser Regelung: Radfahrer und Fußgänger werden die Folgen dieser desatrösen Klima-, Umwelt und Gesundheitspolitik, wegen ihrer sich nun verkürzenden Lebenserwartung, nicht so lange ertragen müssen wie die bevorzugten Autofahrer.

Altrip wieder mal erfolgreich abgehängt!

schlangeWie gestern in der Rheinpfalz zu lesen war, wurde Altrip mal wieder erfolgreich abgehängt vom attraktiven ÖPNV-Angebot der Metropolregion, in deren Herzen Altrip liegt. Dem Auto-Bürgermeister zufolge, soll es keine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs in Richtung Mannheim (SAP-Arena) geben. 1/3 der Altriper Berufspendler und mehr als 50 pendelnde Schülerinnen und Schüler dürfen die nächsten Jahre weiterhin in die Auspuff-Röhre schauen und/oder sich in die Fährschlange einreihen. Und ich sage bewusst „die nächsten Jahre“, genau genommen die nächsten 10 Jahre, denn 2015/2016 wird der Nahverkehrsplan für die nächsten 10 Jahre entwickelt und alles, was in diesem nicht aufgenommen ist, wird es auch nicht geben. Punkt.

Sich zwei Jahre vor dem großen Verkehrs-GAU – dem Hochstraßen-Abriss in Ludwigshafen – hinzustellen und zu sagen, man hätte keinen Bedarf an einem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, ist gelinde gesagt zynisch und sehr sehr kurzfristig gedacht. Jeder, der eins und eins zusammenzählen kann, der schon mal in der Fährschlange stand als gerade in LU an einer der Brücken gearbeitet wurde, weiß, was in zwei Jahren auf uns zurollt. Ein Brummmeister aber, dessen visionäre Kraft sich einzig auf das Auto zu richten scheint, kommt dann auf so haarsträubende Ideen, wie den Ludwigshafener Brückenverkehr über unseren Damm auf die Fähre leiten zu wollen. Ja vielen Dank auch.

Aber zurück zur Absage des Bürgermeisters Brumm Brumm zum geplanten Ausbau des ÖPNV nach Mannheim über die Fähre: Wer Informationsbedarf hat, dem empfehle ich den Blogartikel zum Thema „geplante Buslinie nach Mannheim“ vom November 2014. Dort habe ich zusammengefasst, was in zwei konstruktiven Sitzungen des (von den Grünen ins Leben gerufenen) Arbeitskreis Verkehr mit Unterstützung von Experten von VRN und rnv analysiert und erarbeitet wurde. Die Analysen haben ergeben, dass

  1. Laut Pendlerstatistik und Auswertung des MIV-Index durchaus ein Bedarf an einem Ausbau der Busverbindung über die Fähre nach Mannheim besteht
  2. es einen sinnvollen Zusammenschluss mit einer Mannheimer Buslinie geben könnte mit vielen Vorteilen.

Da das Altriper Dorfoberhaupt es offenbar nicht kapieren will oder kann, erkläre ich gerne zum 100. Mal, dass man einen Bedarf nicht daran messen kann, ob ein schlechtes, unzureichendes und unzuverlässiges Angebot genutzt wird oder nicht. Der Bedarf für die Einrichtung einer ÖPNV-Linie wird anhand der Pendlerstatistik und dem MIV-Index (Motorisierter Individual Verkehr) ermittelt. Und der Bedarf für einen Ausbau des ÖPNV von Altrip Richtung Mannheim ist ganz OBJEKTIV gegeben.

Im übrigen, entstünde auch kein „Parallelverkehr“, wie es im Artikel heißt, wenn man einen größeren Bus nach Mannheim einsetzen würde, denn der größere Bus würde die nicht barrierefreien Taxis ERSETZEN. Unser geschätztes Taxiunternehmen würde dennoch genug Aufträge haben, da parallel zum größeren Bus auch verschiedene Ruftaxiverkehre eingerichtet werden sollten.

Die Pläne waren alle wohlüberlegt, ausgewogen und konstruktiv, aber scheißegal, sie werden einfach ignoriert. Der Brummmeister ignoriert nicht nur die Ergebnisse des Arbeitskreis Verkehr, sondern schlimmer noch er ignoriert einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss, der ihn u.a. auffordert sich für die Pläne eines größeren Fährbusses nach Mannheim einzusetzen und über den Fortgang der Verhandlungen dem Gemeinderat zu berichten. Beides hat er m.E. nicht getan. Aber darum müssen sich die entsprechenden Gremien und vor allem der Gemeinderat kümmern.

Aber das ganze hat auch ein Gutes: ich habe was kapiert. Hier in Altrip braucht man mit Vernunft, sachlicher Analyse und Expertenrunden hinter verschlossener Tür nicht ankommen. Wir Bürger müssen lautstark sagen: WIR WOLLEN ANSCHLUSS. AN DIE ZUKUNFT.
Sonst bewegt sich nichts.

Manchmal S-Bahn-Anschluss

Seit dem 14. Juni ist das Linienbündel „Rheinpfalz“ neu in Betrieb gegangen. Für uns Altriper ist dabei ein halber* S-Bahnanschluss rausgesprungen, denn die Linie 570 wurde von der Endstelle Rheingönheim bis zum S-Bahnhof Rheingönheim verlängert, so dass man direkten S-Bahn-Anschluss nach Mannheim/Heidelberg, Speyer/Germersheim und Neustadt/Kaiserslautern hat. So weit so gut. s-bahn

Im Gegenzug (nichts ist fer umme) entfallen außerhalb des Schülerverkehrs die nach Ludwigshafen durchgebundenen Busse. Das wird einige schwer treffen.

Takt: Der halbstündige Takt der Linie 570 gilt morgens bis 9.30 Uhr und dann wieder ab 15.30 Uhr, Samstags fährt der letzte Bus um 18.30 Uhr; das klingt lächerlich, ist aber eine Verbesserung. Das polemische „Manchmal“ im Titel bezieht sich auf den Umstand, dass der Takt des Busses leider nicht so recht auf die S-Bahn abgestimmt ist. Um ein Beispiel zu nennen, das ich besonders blöd finde, da es den Schüler- und Berufsverkehr nach Mannheim/Heidelberg betrifft: der 7-Uhr-Bus kommt 7.14 Uhr am Bahnhof an. Tja schade. 2 Minuten vorher, nämlich um 7.12 Uhr ist die S-Bahn Richtung MA/HD abgefahren. Muss man eine viertel Stunde auf die nächste warten, 7.33 Uhr, die ist dann erst um 7.47 Uhr in MA Hbf. Für alle Schüler und 8-Uhr-Beginner zu spät. Jo net so schlimm, solle se halt früher fahre? Ja früher heißt dann 6.30 Uhr, da ist man dann um 7.05 Uhr in Mannheim.

Ein tolle Neuerung für Altrip gibt es noch: Eine VRN-Fahrkartenverkaufsstelle (in einem Einzelhandelsgeschäft). Ich konnte leider noch nicht rausfinden, wo die ist. Kann mir jemand auf die Sprünge helfen? Wir haben ja keinen Automaten an den Haltestellen, in ganz Altrip konnte man keine Wochen-, Monats, Mehrfahrtenkarten kaufen. Das soll sich ändern. Ich sag Bescheid, wenn ich weiß wo.

Falls sich jemand fragt, warum ich den Anschluss nach Mannheim so wichtig finde? Weil es genausoviele Pendler nach MA gibt wie nach LU, das schlägt sich nur leider nicht im ÖPNV-Angebot nieder. Die Folge? -> die tägliche Blechlawine, die sich durch unser Dorf wälzt.

Hier kann man sich übrigens seinen persönlichen (Haltestellen-)Fahrplan runterladen: http://www.vrn.de/vrn/einfach-ankommen/fahrplaene/index.html

*in Rheingönheim hält nur jede 2. S-Bahn, anders als in Limburgerhof bspw.

Lösung des Fährstaus: die „Fährbrick“

faehrbrick

Einfach noch ein paar mal verlängern, dann hawwe mers: die Fährbrick.

Jetzt mal im Ernst… wieso ist es seit drei Wochen so wahnsinnig voll an der Fähre? Ist das wirklich der Brückenbaustelle in LU geschuldet? Falls ja, wäre das ab sofort der Normalzustand, denn der große Brückengau kommt ja erst noch. Schrei. (Ja ja ich weiß, ich kann ja wegziehen. Gähn…)