Bürgerplätze in der VG Rheinauen

Werfen wir einen Blick auf die schönen Seiten des Lebens: Auf einem belebten Platz auf einer Bank sitzen, andere Menschen treffen, ein Brunnen plätschert, im Sommer spenden Bäume Schatten … Wie sieht es aus mit Bürgerplätzen, Plätzen für Bürger, in unserer Verbandsgemeinde?

In Waldsee gibt es den Schwanenplatz mit Hammelbrunnen und Bänken, auf die man sich zum plaudern mit einem besonders leckeren Eis setzen kann.
Schwanenplatz_Waldsee_giehlIn Neuhofen können die Bürger auf dem „Partnerschaftsplatz“ mit Brunnen und Bänken unter einem Laubengang sitzen und chillen.Neuhofen_Partnerschaftsplatz_Rudolf Stricker
In Otterstadt können die Bürger auf dem Königsplatz am Stickelspitzererbrunnen einen Plausch halten oder die Seele baumeln lassen.
otterstadt_i_GiehlUnd in Altrip können ähm tja die … Autos schön auf dem historischen Platz vor der alten Maxschule (Partnerschaftsplatz?) baden und parken. Schließlich gehört der Platz zum aufwändig sanierten historischen Ensemble von Rathaus und alter Maxschule. Er ist also wie geschaffen für einen Parkplatz – für Bürger, nicht für Autos verdammt! Auf diesen Platz gehören Bänke, ein Brunnen, wieder herrschaftliche Kastanien und zusätzlich ein Bouleplatz oder Barfußpfad oder irgendwas für MENSCHEN. Ganz im Ernst: was für ein Armutszeugnis für unsere Gemeinde, dass wir mitansehen wie der Platz als Autoparkplatz missbraucht wird und zur ölverseuchten Matschepampe verkommt im Ortskern unseres schönen Dorfs.
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© Fotos: Waldsee, Otterstadt: Immanuel Giehl; Neuhofen: Rudolf Stricker; Altrip: ein Opel Astra

Altrip ist bunt!

… und pfeift auf Nazis. Die Mehrheit zumindest. Wer am Freitag Abend auf dem Vorplatz des TUS stand, hat es gespürt: hier passiert gerade etwas Großartiges: Ein bunter Querschnitt von Altriper Bürgern, Jung und Alt stehen zusammen gegen den Aufmarsch einer Partei, die in ihrer Namensgebung, Symbolik und Bildsprache mit der Nähe zum III. Reich spielt, völkisch argumentiert, rassistisch hetzt und martialisch daher kommt.
(Siehe auch Rheinpfalz-Artikel vom 12. März 2016.)

11.3.16

 

 

Hetzverein

Altrip hat die gefühlt höchste Vereinsdichte Deutschlands. Es gibt Traditionsvereine, Sportvereine, Kleingärtner- und Tierzüchtervereine, Musische Vereine, Kulturvereine, Umwelt- und Naturschutzvereine, karitative und humanitäre Vereine, Förder- und Trägervereine und es gibt einen Hetzverein. Der Hetzverein „DVU Rhein-Pfalz e.V.“ (manchmal auch DUV genannt) verbreitet volksverhetzende Flugblätter (aktuell natürlich gegen Flüchtlinge) und setzt sich verbal auf jeden braunen Haufen, der bei drei noch nicht verdunstet ist. Zum Glück steht dieser Handvoll *** eine große Mehrheit von Altripern entgegen, für die Flüchtlinge in erster LInie eins sind: Menschen. Diese Mehrheit denkt und handelt im Gegensatz zum Hetzverein viel mehr im ursprünglichen Sinne wie ein Verein, kommt das Wort doch von vereinen‚ eins werden und etwas ‚zusammenbringen‘.

Flugblätter auf der facebookseite des Bündnis für Toleranz und Vielfalt

keinplatz2*** Bezeichnung darf laut § 185 Strafgesetzbuch nur gedacht aber nicht gesagt werden

Offenheit von Amts wegen

Im November hatte ich ziemlich gepoltert über den Einladungstext der Verwaltung zur Gründung eines Netzwerkes Asyl. Inzwischen habe ich von mehreren Seiten gehört, dass die eigentliche Arbeit der Verwaltung in dieser Sache von großer Offenheit, Sachlichkeit, unbürokratischer Hilfsbereitschaft und ungeahnter Effizienz geprägt ist. Das freut mich und verdient Beachtung. Gerade auch hier im Blog.

Blumenstrauß, den Flüchtlinge bei uns überreicht bekommen

Blumenstrauß, den Flüchtlinge bei uns überreicht bekommen

Viel Rauch um nichts

Der heutige Mannheimer Morgen kühlt in mehreren Artikeln die heiße Luft herunter, die letzten Mittwoch zum Thema Verkehrsumleitung über Altrip während der Hochstraßensanierung ausgeblasen worden ist. Der Rauchbläser Jacob vermeldet im MM, die Chancen seiner (letzte Woche groß und breit) eingebrachten Idee auf Umsetzung seien gering. Aha.

Ich denke gerne an den gleichnamigen Film „Viel Rauch um nichts“, in dem die beiden Protagonisten nach einem Joint mit dem Auto am Straßenrand stehen und nicht merken, dass sie gar nicht mehr fahren… vielleicht sollten sie besser in den Bus umsteigen.

Link zum MM: http://www.morgenweb.de/region/mannheimer-morgen/metropolregion/autofahrer-erwarten-jahrelange-behinderungen-1.2068124
Ein Historie zur 3. Rheinquerung: http://www.morgenweb.de/region/mannheimer-morgen/metropolregion/viele-diskussionen-bis-zum-aus-1.2068115

Brücke Klappe 127.

Irgendwie ist es ein Witz, dass wir unserem BM nun – dank seiner Idee, den Hochstraßenverkehr über die Fähre abzuwickeln – das Aufleben der Brückendiskussion zu verdanken haben!
Im Mannheimer Morgen heute:
http://www.morgenweb.de/region/mannheimer-morgen/metropolregion/mit-einer-zweiten-fahre-ist-da-nichts-getan-1.2061143

und auf Facebook beim Mamo wird heftig diskutiert und die Altriper kommen gar nicht gut weg.
https://de-de.facebook.com/mannheimer.morgen

Ich glaube der Bürgermeister hat sich hier ein dickes Ei gelegt. Daraus schlüpft im März ein … schau mer mal.

Stammtischparolen von Amts wegen

willko

Blumenstrauß, den Flüchtlinge bei uns überreicht bekommen ©jm

Im Amtsblatt vom 20.11. steht ein Aufruf zum ehrenamtlichen Engagement für Flüchtlinge. Wirklich? Nein es ist viel mehr eine Aufforderung, Flüchtlingen erst mal gründlich zu misstrauen, Ihre Not nicht vorbehaltlos zu glauben, sie zuvorderst über „ordnungsgemäßes Verhalten“ aufzuklären und sie einzuteilen in jene, die „nur aus wirtschaftlichen Gründen“ kommen und solche, die „aus purer Verzweiflung“ kommen.

Ich glaube, es hackt!

Stammtischparolen von Amts wegen!  Dass man sich beim Versuch, Ehrenamtliche zu finden nicht zu schade ist, bestehende Ressentiments zu bedienen und Vorurteile geradezu zu schüren, ist irgendwie schizophren. Wer bitteschön möchte sich denn nach diesem Aufruf noch engagieren?? Wer die armen Leute willkommen heißen?

Zum Glück gibt es bereits ein Netzwerk an Helfern. Und die Verwaltung sollte mal in einen Integrationskurs gesteckt werden.

 

 

Die Erleuchtung ausführlich / ÖPNV nach Monnem

schlangeEhrlicher Informierbedarf
In der Rheinpfalz war Ende Oktober ein Artikel zu lesen über Pläne, den ÖPNV von Altrip Richtung Mannheim über die Fähre auszubauen. Der Artikel hat viele Fragen aufgeworfen und da ich mich mit dem Thema ausgiebig beschäftigt habe, hier ein paar Hintergründe dazu.

Der Plan des ÖPNV-Ausbaus über die Fähre nach Mannheim
Was in dem Artikel angerissen wurde betrifft den Ausbau der Verbindung über die Fähre und den entsprechenden (einstimmig beschlossenen !) Antrag im Gemeinderat dazu.

Experten von RNV (Rhein-Neckar-Verkehr AG) und VRN (Verkehrsverbund Rhein-Neckar) haben mit dem Grünen Arbeitskreis Verkehr den Plan auf den Weg gebracht, die bestehende Linie 98 mit der bestehenden Linie 62 in Mannheim zusammenzuführen mit S-Bahnanschluss SAP-Arena und (in Planung) Mannheim Neckarau. Die Linie 98/62 würde von Altrip über Neckarau, SAP-Arena, Neuostheim, Luisenpark, Kurpfalzbrücke bis an die Neckarspitze fahren!

Als Fahrzeug käme ein fährtauglicher, behindertengerechter Kleinbus in Frage mit ca. 25 Plätzen (davon 8 Sitzplätze).

Der Zusammenschluss mit einer Buslinie in Mannheim bringt viele Vorteile mit sich:

  1. die Kosten werden auf mehrere Schultern verteilt
  2. Altrip wird Teil des gut ausgebauten ÖPNV-Netzes der Metropolregion und die Auslastung durch die Verlängerung der Linie sicher gestellt
  3. Direkter Anschluss an die S-Bahn SAP-Arena
  4. Barrierefreie Beförderung, d.h. man kann auch mit Kinderwagen, Rollator oder Roller einsteigen, was beim Taxibus nicht möglich ist. Barrierefreiheit ist überhaupt ein wichtiges Thema, da ab 2022 vom Gesetzgeber eine vollständige Barrierefreiheit für den ÖPNV vorgeschrieben wird.

In der Planungsidee stehen zwei Fahrvarianten zur Debatte.

  1. Die erste führt kurz durch Neckarau (Führung über Neckarau-Hallenbad – Friedrichstraße, Wiederanbindung von Teilstrecken der Linie 44 in Neckarau, Fahrtzeit Altrip – Neckarau Friedrichstraße um ca. 5 min länger: das wäre also kein großer Zeitverlust bringt aber die 50 Altriper Bachgymnasiasten und Waldorfschüler näher an ihre Schulen),
  2. die andere führt über das Gewerbegebiet Floßwörth in Neckarau.

Beide Varianten sehen wie gesagt den Anschluss an die SAP-Arena und Weiterfahrt wie beschrieben über Neuostheim, Kurpfalzbrücke etc. bis an die Neckarspitze vor.

Desweiteren soll in einem 2. Schritt die Einrichtung eines Ruftaxiverkehrs in Richtung Mannheim in den Abendstunden und am Wochenende geplant werden. Das führt zu einer Frage, die uns Altriper natürlich auch bewegt. Was wird aus dem hiesigen Taxi-Dienstleister, wenn der größere Bus fährt? Dieses Thema wurde in den Arbeitskreistreffen bereits angesprochen. Durch den Ausbau der verschiedenen Ruftaxiverkehre (auch nach LU) könnten sich neue Arbeitsfelder ergeben, desweiteren bestünde auch die Möglichkeit als Dienstleister die größere Buslinie 98 anzubieten.

So sieht’s aus liebe Leute.

Aktuell und im nächsten Jahr werden die Nahverkehrspläne des Rhein-Pfalz-Kreises fortgeschrieben (der aktuelle Nahverkehrsplan ist aus dem Jahr 2006). Das bedeutet: alles, was es nicht in diesen Nahverkehrsplan schafft, liegt wahrscheinlich brach für viele viele Jahre.

Ich möchte im folgenden noch ein paar Rahmenbedingungen aufzeigen:

Zunächst ein paar Zahlen: In Altrip leben 7.568 Menschen und 5.742 Kraftfahrzeuge. (Stand 31.12.2013)
2.600 Leute pendeln von Altrip in andere Orte zur Arbeit, 356 pendeln nach Altrip zur Arbeit. Ca. 550 Schüler treten jeden Morgen den Schulweg an weiterführende Schulen außerhalb Altrips an. D.h. rund 3.500 Leute sind an Werktagen unterwegs, um zur Arbeit oder in die Schule zu kommen. (Zahlen 30.6.2012, Bundesagentur für Arbeit)

Von den 2.600 Auspendlern arbeiten 876 in LU, 849 in Mannheim, der Rest verteilt sich ( z.B. 108 in Speyer, 54 in Heidelberg etc.).
Das heißt 1/3 der Pendler muss nach LU, 1/3 nach Mannheim und der Rest in alle Himmelsrichtungen.

ÖPNV in Altrip Status Quo

Für diese 3.500 potentiellen Nutzer des ÖPNV steht folgendes Angebot bereit:

– Nach Mannheim über die Fähre eine nicht-barrierefrei Kleinbuslinie mit 8 Plätzen (im Winter um 7 und 7.30 Uhr 16 Plätze). Taktzeiten stündlich, zwischen 6 und 8 Uhr halbstündlich.
-Nach Ludwigshafen ein großer Bus (manchmal zwei) bis zur Endstelle Rheingönheim. Taktzeiten stündlich, zur Stoßzeiten halbstündlich.
– Für Altriper gibt es nach wie vor keinen direkten S-Bahnanschluss. Der war geplant für Dezember 2014 und ist jetzt leider um ½ Jahr auf Juni 2015 verschoben worden. Aber immerhin…

äh tja. Noch Fragen?