„Aisch sin ä paar Bääm wischtischer als die Gsundheit de Menschheit“

Das brüllte gestern der Ortsvorsteher seinen renitenten Schäfchen ohne Mindestabstand ins Ohr, während er die Berichterstattung der Presse behinderte und der Journalisitin bedrohlich nah kam.
Weil der Dorfentwicklungsinitiative die „Gesundheit der Menschheit“ wichtig ist und sie keine Eigeninteressen verfolgt, hat sie für den Erhalt des Baumbestandes des 100 Jahre alten Parks „Alter Friedhof“ gekämpft. Das ist nun Geschichte…

  • die Gemeinde ließ gestern die Bäume fällen, obwohl sie nicht mehr Eigentümerin des Grundstücks ist
  • die Gemeinde ließ die Bäume fällen, obwohl ein Normenkontrollverfahren eröffnet wurde mit ungewissem Ausgang
  • Das Grundstück wurde laut Aussage von Herrn Jacob gerade erst am 24.10.2018 verkauft. Man hat aber die Suche nach Alternativen bereits 2015 eingestellt. 3 Jahre sind eine lange Zeit für die Rechtfertigung der „Alternativlosigkeit“ zumal die Dorfentwicklungsinitiative mehrere Alternativen auf den Tisch gebracht hat
  • Alle Einwendungen wurden mit dem Argument abgewiesen, dass es sich bei einem Ärztehaus „um eine Nutzung von übergeordnetem gemeindlichem Interesse“ handele. So müsste also im Kaufvertrag diese Nutzung des Grundstücks als Ärztehaus festgeschrieben worden sein. Denn wenn es nicht festgeschrieben wurde, hätte der Käufer des öffentlichen Grundstücks ja keine Verpflichtung ein Ärztehaus zu bauen. Könnte sich, wenn er wollte, auch einfach seine Privatvilla dort hin stellen, schließlich versucht er seine bisherige gerade zu verkaufen…? Mal abgesehen davon, dass man m.E. eine Ausschreibung hätte machen müssen … dann wäre das Grundstück wenigsten nicht zu diesem lächerlichen Preis verscherbelt worden.
  • nachhaltige Dorfentwicklung sieht anders aus. Anstatt den Leerstand im Ortskern mal anzugehen und sinnvolle ernst gemeinte „Nachverdichtungskonzepte“ zu entwickeln, werden immer mehr grüne, unbebaute Grundstücke verscherbelt (Alter Friedhof, Am Damm, Neubaugebiete …), um upper-class Wohnungen bauen zu lassen. Für Normalsterbliche oder gar Wenigverdiener entsteht in Altrip keine einzige Wohnung… Wachstum ist das Gegenteil von Nachhaltigkeit. 
  • Man hat keine Kosten und Mühen gescheut, damit wirklich nur das MInimum des Minimums an Naturschutzmaßnahmen gemacht werden muss. Es durfte nicht während der Brutzeit gefällt werden. Das wars dann auch schon. Scheiß auf die Bäume, die Fledermäuse, die Vögel, die Käfer, die Schmetterlinge, die Insekten …. Meine Damen und Herren: Hier geht es um nichts geringeres als die „Gsundheit de Menschheit“. 
Weiter so ihr weißen alten Männer. Nach euch die Sintflut.

Altrip ist KEINE Insel…

… auch wenn es einem inbezug auf den öffentlichen Nahverkehr so vorkommt.

Altrip ist keine Insel … wenn der geplante Polder Waldsee/Neuhofen gebaut wird, denn dann ist zu befürchten, dass Altrip bei Hochwasser selbst unter Wasser steht. Die BIHN (Bürgerinitiative Hochwasser und Naturschutz Altrip e.V.) informiert mit einem Flugblatt und ruft dazu auf, sich noch mal aufzubäumen und eine Einwendung zu schreiben. Formulierungshilfen findet man auf: www.bihn-altrip.de.

R.I.P. Kastanien

Gestern sind die anderen beiden Kastanien gefällt worden. Im vorauseilenden Gehorsam. Hier die Altriper Version der seit den 70ern berühmt gewordenen indianischen Weisheit:
Erst wenn der letzte Baum gefällt,
die letzte Biene vergiftet,
die letzte Fläche versiegelt ist,
werden wir feststellen,

Kann jeder für sich selbst ausfüllen.

Heute um 19 Uhr Trauerfeier an den Baumstümpfen.

Meins ist schneller

Nachdem nun sowohl in der Rheinpfalz als auch im Amtsblatt der Messias vor den magentafarbenen Fahnen die frohe Botschaft verkündete, dass Altrip jetzt auch an die Zukunft (schnelles Internet) angeschlossen sei, muss ich mal ganz blöd nachfragen bzw. ein paar Anmerkungen dazu los werden:
Mir kommt das komisch vor, dass unser Ortsvorsteher vor den magentafarbenen Fähnlein steht und staatstragend den Eindruck erweckt als sei die Telekom die einzige Firma, die in Altrip schnelles Internet ermöglicht. Dies vorweg: das ist sie nicht. Ich habe seit längerem noch schnelleres Internet (400 Mbts/sec), da im Haus ein Kabelanschluss liegt. In beiden Artikeln aber werden die anderen Möglichkeiten (sprich die Konkurrenz) mit keiner Silbe erwähnt, vielmehr entsteht durch die zur Schau getragene Einigkeit von privatem Konzern und Verwaltung der Eindruck: das ist irgendwie was staatliches. Gerade so als wäre der global player wieder Staatsmonopolist und nie privatisiert worden. In diesem Geiste treten auch die Haustürverkäufer auf, die nun an den Türen klingeln und über das neu verlegte Glasfaserkabel sprechen obwohl es einfach um neue Kunden, neue Verträge, upgrades, pinke pinke Kohle geht. (Ach muss ich die jetzt reinlassen? Müssen die was am Anschluss machen? Ah ja das stand ja in der Zeitung… denkt sich mancher Altriper vielleicht?)
Ich weiß ja nicht, aber ist das nicht so als würde sich der Bürgermeister vor Lidl ablichten lassen und ins Amtsblatt schreiben: kauft bei Lidl!?
Ach ja noch was: nicht nur die DIGITALE Infrastruktur ist wichtig für Familien und Unternehmen sondern auch ein gut ausgebauter öffentlicher Nahverkehr ist ein MUSS, wenn eine Kommune für Familien attraktiv sein möchte.

Bald: Platz da

Seit vielen Jahren liegt mir die Gestaltung des Platzes vor der Maxschule zu einem schönen Bürgerplatz mit Aufenthaltsqualitäten am Herzen. Der öffentliche Platz wurde in den letzten Jahren als Verwaltungsparkplatz missbraucht und runtergerödelt – Ende 2017 hat der Gemeinderat beschlossen, dass er als Bürgerplatz umgestaltet und aufgewertet werden soll. Ein Planungsbüro hat 4 aparte Entwürfe vorgelegt, die vor der Bürgerversammlung am 27.9. ausgestellt werden sollten. Leider ist die Ausstellung der Entwürfe in der Maxschule mehr als lückenhaft, es sind nicht alle Entwürfe aufgehängt worden. Warum? (Hier findet man sie alle) 
Inzwischen wurde auch ein Entwurf nachgereicht, der sich mit der Kerwe verträgt. Ich verstehe nicht, warum man unbedingt für die Kerwe an diesem Platz festhalten möchte. Die Stände passen alle nur mehr schlecht als recht auf den Platz, stehen teilweise in den Blumenrabatten, das monströse Fahrgeschäft rückt dem bald letzten großen verbleibenden Baum immer dermaßen auf die Pelle, dass der bestimmt auch bald abgesäbelt werden „muss“ – ich finde, es gibt passendere Kerwe-Plätze im Ort. Ludwigsplatz oder auch der Festplatz im Waldpark. Kann mir Neutripperin mal einer der Altripper erklären, warum man die Kerwe nicht auf dem wunderbar gelegenen, großzügigen (Fischer-)festplatz macht?
Hier zwei der vielversprechenden Entwürfe (ich stelle jetzt, wie die Verwaltung bei ihrer Ausstellung in der Maxschule, auch nur die vor, auf die ich Bock hab … das sind natürlich genau die, die bei der „Ausstellung“ nicht aufgehängt wurden.)

Interkulturelles Fest MITEINANDER 2.0

Am 7. und 8. September wird in Altrip wieder das interkulturelle Fest MITEINANDER gefeiert. Auftakt ist am Freitag Abend ein hörenswertes Konzert der Band „Beyond Borders“. Am Samstag ab 15 Uhr startet das KInderprogramm mit dem Mitmachzirkus Paletti aus Mannheim, einer EBRU-Kunstaktion für KInder von Susanne Wolf-Kaschubowski, Backen am Backhaus und das Café International bietet leckeren Kuchen und köstliche Kaffespezialitäten. Am Samstagabend wird zu einem Festabend eingeladen mit Buffet (jeder darf was beisteuern), Begegnung, Tanz und deutsch-syrische Live-Musik der Friedensband. Bei allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei.