Fahrscheinverkaufsstelle 2.0

Seit ca. 2 Wochen kann man in Altrip wieder Fahrscheine für den ÖPNV kaufen bei

Toto Lotto Kelemen
Rupprechtstraße 1
67122 Altrip
Mo: 08.30 – 12.30 Uhr
Di – Fr: 08.30 – 12:30 und 14.30 – 18.00 Uhr
Sa: 08.30-14.00 Uhr

Das ist gut so. Mehrfahrtenkarten, Wochen- Monats-, sonstige Zeitkarten gibt es dort – Fahrkarten für das ganze VRN-Verbundgebiet.

Heiligt der Zweck die Mittel?

Mich beschäftigt, warum sich die Diskussion über den Standort für das Ärztehaus so sehr zugespitzt hat auf „Ärzte oder Käfer“. Die Parteien hören einander gar nicht zu. Dass ein solcher Zeitdruck besteht – wie auch immer dieser entstanden ist – macht die Auseinandersetzung nicht freundlicher.
Ich glaube, dass es den Gemeinderäten wirklich darum geht, die ärztliche Versorgung zu sichern. Das ist das oberste Ziel. Und das ist im übrigen ein gemeinsames Ziel, denn das ist auch der Dorfinitiative wichtig.

An dieser Stelle ist man sich noch einig.

Getrennt ist man bei dem Weg dahin. Wie erreicht man dieses Ziel, welche Mittel wählt man oder nimmt man in Kauf, um das Ziel zu erreichen?
Gewählt wurden von der Verwaltung und dem Rat
1. keine Beteiligung der Öffentlichkeit im Vorfeld
2. ein beschleunigtes Bauverfahren ohne Umweltverträglichkeitsprüfung

Das sind frühzeitige Weichenstellungen, den Weg betreffend, die die Dorfentwicklungsinitiative kritisiert.

Warum sehen die Initiativler nicht das hehre Ziel und die Dringlichkeit?

Sie sehen es und entscheiden sich trotzdem dafür, den gewählten Weg zu hinterfragen. Sie haben zwar dasselbe Ziel, möchten aber, dass an bestimmten Stationen auf dem Weg dahin Halt gemacht wird und ein paar Aufgaben gelöst werden.
Ja, das kostet Zeit. Diese Zeit hätte man gehabt, da die aktuelle Planung bereits 2015 vorlag. Da man aber an den Stationen vorbeirannte (oder auch gemächlich schlenderte ohne anzuhalten), musste und muss man nun in ein paar Belangen noch mal ein paar Schritte zurück, um geforderte Aufgaben zu lösen, die man sich sparen wollte.
Das sind
1. Bürgerbeteiligung (die hat man nun in Form von Protest, die Bürger hätte man 2015 in einem geordneten offenen Verfahren einbinden können)
2. Bebauungsplan (die Kreisverwaltung forderte einen solchen, ursprünglich wollte man sogar ohne bauen)
3. Artenschutz (die Kreisverwaltung hat ein Artenschutzgutachten gefordert, auch an dieser Station wollte man eigtl. gar nicht anhalten)

Dass die Initiative (die Landespflege im übrigen auch) das im Dezember erstellte Artenschutzgutachten unzureichend fand, ist erst mal kein Verbrechen. Das ist ein ganz normaler Vorgang, der in der Regel nicht den Untergang des Abendlandes zur Folge hat. Wenn sich daraus Zeitverzögerungen ergeben, sind es solche, die man hätte vermeiden können, wenn man sich frühzeitig dem Artenschutz gestellt hätte. Dieser ist nun mal im Bundesnaturschutzgesetz geregelt und somit geltendes und einklagbares Recht.

Bis heute Abend 19 Uhr wäre eigentlich noch alles offen. Man könnte sich sogar noch, ohne bereits Tatsachen geschaffen zu haben, zurückbesinnen auf den ursprünglich favorisierten Standort HL-Markt. Denn dieser hat einen neuen Besitzer und der Standort (sonst hätte die Verwaltung den Standort ja nicht ursprünglich favorisiert) hätte gegenüber dem Standort Alter Friedhof eine Menge Vorteile.

Könnte. Hätte. Fahrradkette…

Stellen die Eichen die Weichen?

Morgen entscheidet der Gemeinderat über den Bebauungsplan des sog. Ärztehauses auf dem Alten Friedhof. Die Dorfentwicklungsinitiative hat ein Gutachten inbezug auf das Habitatpotential der beiden Eichen und ihrem Umfeld in Auftrag gegeben. Dieses Gutachten ist im Gegensatz zu dem von der Verwaltung beauftragten Gutachten öffentlich. Bitteschön. Auch in einem Dorf gilt das Bundesnaturschutzgesetz. Damit hätte man sich ja in den letzten zwei Jahren schon mal befassen können.

Fts. sogenanntes Ärztehaus 3.0

Über 100 Jahre alte Eiche auf dem Alten Friedhof – bald gefällt?

Am Wochenende wurde von der Dorfentwicklungsinitiative per Flyer über das sogenannte Ärztehaus informiert. Die Gruppe wendet sich mitnichten gegen ein Ärztehaus, sie ist nur gegen den Standort auf dem Alten Friedhof.

Dorfinitiative_Altrip_FlugblattWeb

Morgen findet die Einwohnerversammlung statt. Für das sog. Ärztehaus kommt diese leider mindestens zwei Jahre zu spät. Denn bereits 2015 hat man das öffentliche Grundstück in einer nicht-öffentlichen Sitzung zum Verkauf freigegeben und mit der Planung begonnen. Hätte man gleich damals die Planung öffentlich gemacht, die Bürger eingebunden und ein Umweltverträglichkeitsgutachten erstellt wie es sich für solch ein Grundstück gehört, dann würden sich die Bürger jetzt nicht so verarscht vorkommen. Dass man nun im Schnellverfahren Tatsachen schaffen will und nach dem zu erwartenden Satzungsbeschluss am 7.2. sofort mit den Baumfällungen loslegen will, bevor ein genehmigter Bauplan vorliegt, zeigt einmal mehr wie selbstgerecht und ignorant hier mit einer öffentlichen Grünfläche, die uns immerhin (noch) ALLEN gehört, umgegangen wird. Ich kann nur hoffen, dass unsere gewählten Bürgervertreter, die Gemeinderäte, dieser Übersprungshandlung nicht zustimmen. Ich finde es gelinde gesagt nicht in Ordnung, ohne Bauplan schon mal gleich alle Bäume zu fällen, von denen man vielleicht mit ein wenig Umplanung die meisten stehen lassen könnte, was einem Ärztehaus gut zu Gesicht stünde. Noch besser stünde einem Ärztehaus ein zentraler Standort in der Gemeinde zu Gesicht. Im Flugblatt der Dorfentwicklungsinitiative werden zwei Standorte genannt, die wesentlich besser passen: HL-Markt und das sanierungsbedürftige Reginozentrum, das komplett neu aufgebaut werden soll/muss/kann.

 

Einwohnerversammlung

Am 30.01.2018 findet, leider zwei Jahre zu spät, eine Einwohnerversammlung in Altrip statt. Im Dezember angekündigt als Bürgerversammlung zum sog. Ärztehaus auf dem Alten Friedhof, ist die nun einberufene  Einwohnerversammlung dermaßen vollgestopft mit Tagesordnungspunkten, dass zu den einzelnen Themen wohl kaum ausreichend Zeit für eine Diskussion bleibt. Chapeau Herr Bürgermeister!

Nahverkehrt in Altrip 1

In Altrip wird Geschichte erfahrbar gemacht. Um live zu erleben wie es anno dazumal war, dürfen die Nutzer der Linie 98 nach Mannheim zwischen 7 und 8 Uhr morgens nun an der Fähre aussteigen, per Pedes via Fähre über die Ländergrenze übersetzen und werden auf der anderen Seite, wenn sie den Berg erklommen haben, wieder von einem anderen Fahrzeug aufgenommen. Aus ungesicherten Quellen habe ich erfahren, dass man den Antrag gestellt hat, die beiden Kleinbusse durch Postkutschen zu ersetzen, um das historische Erlebnis perfekt zu machen.

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Von der Postkutsche zum Motorbus

100 Jahre Motorbuslinie Landsberg-Weilheim: Vortrag über die Entstehung in Rott Von Susanne Schmidt-tesch

Die zweite Postautogeneration hatte schon Luftreifen. Hier steht der Chauffeur (links) und der Rotter Postbote (rechts) vor dem Gasthaus „Zur Post“ in Rott.

Foto: Heimatmuseum Rott/Erhard

Bis ins Jahre 1912 war die Verkehrsverbindung zwischen Landsberg und Weilheim noch äußerst dürftig. Nur einmal täglich verkehrte die Postomnibuskutsche, erklärte Referent Konrad Hölzl (Vorsitzender der Vereinigung Wessofontanum) jetzt bei einem Vortrag in Rott. Dabei kam es durchaus vor, dass man keinen Platz in der Kutsche mehr bekam und den Weg doch zu Fuß antreten musste, wie am 17. April 1909 in einem Artikel der Augsburger Zeitung zu lesen war. Konrad Erhard und sein Rotter Museumsteam hatten zu dem heimatgeschichtlichen Abend im Pfarrsaal eingeladen. Hölzl hatte sich bereits intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und ausführlich recherchiert. So wusste er, dass es schon im Jahr 1905 erste Bestrebungen gab, per Bahn eine bessere Anbindung der Dörfer Pürgen, Stoffen, Pflugdorf, Reichling, Rott und Wessobrunn nach Landsberg beziehungsweise Weilheim zu erreichen. Pfarrer Jaumann aus Hofstetten war hier die treibende Kraft. Als stiefmütterlich behandelte Gegend fühlte man sich, da benachbarte Gemeinden durchaus eine Bahnlinie bekommen hatten. Trotz aller Bemühungen vonseiten der Gemeinden wurde das Vorhaben jedoch auf die lange Bank geschoben.

Kurz darauf reichte Rott, Wessobrunn, Haid und Forst eine Petition ein, zumindest eine zweite Postomnibuslinie, also eine weitere mit Pferden gezogenen Kutsche, zwischen Weilheim und Rott verkehren zu lassen. Auch diese Bitte scheiterte.

Erst vier Jahre später reichte die Gemeinde Rott mit Bürgermeister Andreas Rauch beim Staatsministerium für Verkehrsangelegenheiten ein neues Gesuch ein, eine Motorpostlinie zwischen Rott und Weilheim einzurichten. Die umliegenden Gemeinden mit Ausnahme von Stoffen sprachen sich ebenfalls für die Linie aus. Endlich, im März 1911, teilte Oberpostdirektion Augsburg mit, unter bestimmten Voraussetzungen könne die Linie verwirklicht werden. Es müssten die Straßen entsprechend instand gesetzt sein und unterhalten werden. Zu jeder Jahreszeit müsse der einwandfreie Verkehr gewährleitet ein. Außerdem mussten sich die beteiligten Gemeinden bereit erklären, für ein Defizit bis zu einem Höchstbetrag von 3600 Mark aufzukommen. Natürlich brauchte es in Landsberg eine Motorwagenhalle für drei Fahrzeuge, in Rott einen beheizbaren Unterstellraum für zwei Motorwagen und in Weilheim für einen Wagen. Nach zähem Ringen übernahmen schließlich die Gemeinden den Räum- und Streudienst jedoch ohne Haftung. Am 31. Oktober 1912 war es soweit. Morgens um sieben fuhr der erste Motorpostwagen in Weilheim ab. In Rott kam ein zweiter mit Anhänger dazu und in Landsberg wurden die Fahrzeuge und die Halle in einem feierlichen Akt ihrer Bestimmung übergeben. Das ist nun 100 Jahre her.

 

© augsburger-allgemeine.de/landsberg/Von-der-Postkutsche-zum-Motorbus-id22915876.html

 

Alter Friedhof: I have a dream

Um nicht immer nur zu meckern, möchte ich auch gerne darlegen, was ich mir für die öffentliche Grünfläche des Alten Friedhofes wünschen würde:

  • Entwicklung der öffentlichen Grünfläche im Sinne der biologischen Vielfalt
  • gemeinsame Projekte von Naturschutzverbänden und der Bevölkerung  (z.B. gemeinsame Pflanzprojekte)
  • Naturschutzprojekte mit Schule, Kindergärten für das Gelände zur Umweltbildung
  • Blumenwiesen (Bienenweiden), Schmetterlingswiesen, heimische Gehölze, Nistkästen, Fledermausquartiere, Insektenhotels etc.

Ich finde diesen Traum weitaus naheliegender als die öffentliche Grünfläche Stück für Stück zu versiegeln und zu bebauen.