Nahverkehrt in Altrip 1

In Altrip wird Geschichte erfahrbar gemacht. Um live zu erleben wie es anno dazumal war, dürfen die Nutzer der Linie 98 nach Mannheim zwischen 7 und 8 Uhr morgens nun an der Fähre aussteigen, per Pedes via Fähre über die Ländergrenze übersetzen und werden auf der anderen Seite, wenn sie den Berg erklommen haben, wieder von einem anderen Fahrzeug aufgenommen. Aus ungesicherten Quellen habe ich erfahren, dass man den Antrag gestellt hat, die beiden Kleinbusse durch Postkutschen zu ersetzen, um das historische Erlebnis perfekt zu machen.

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Von der Postkutsche zum Motorbus

100 Jahre Motorbuslinie Landsberg-Weilheim: Vortrag über die Entstehung in Rott Von Susanne Schmidt-tesch

Die zweite Postautogeneration hatte schon Luftreifen. Hier steht der Chauffeur (links) und der Rotter Postbote (rechts) vor dem Gasthaus „Zur Post“ in Rott.

Foto: Heimatmuseum Rott/Erhard

Bis ins Jahre 1912 war die Verkehrsverbindung zwischen Landsberg und Weilheim noch äußerst dürftig. Nur einmal täglich verkehrte die Postomnibuskutsche, erklärte Referent Konrad Hölzl (Vorsitzender der Vereinigung Wessofontanum) jetzt bei einem Vortrag in Rott. Dabei kam es durchaus vor, dass man keinen Platz in der Kutsche mehr bekam und den Weg doch zu Fuß antreten musste, wie am 17. April 1909 in einem Artikel der Augsburger Zeitung zu lesen war. Konrad Erhard und sein Rotter Museumsteam hatten zu dem heimatgeschichtlichen Abend im Pfarrsaal eingeladen. Hölzl hatte sich bereits intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und ausführlich recherchiert. So wusste er, dass es schon im Jahr 1905 erste Bestrebungen gab, per Bahn eine bessere Anbindung der Dörfer Pürgen, Stoffen, Pflugdorf, Reichling, Rott und Wessobrunn nach Landsberg beziehungsweise Weilheim zu erreichen. Pfarrer Jaumann aus Hofstetten war hier die treibende Kraft. Als stiefmütterlich behandelte Gegend fühlte man sich, da benachbarte Gemeinden durchaus eine Bahnlinie bekommen hatten. Trotz aller Bemühungen vonseiten der Gemeinden wurde das Vorhaben jedoch auf die lange Bank geschoben.

Kurz darauf reichte Rott, Wessobrunn, Haid und Forst eine Petition ein, zumindest eine zweite Postomnibuslinie, also eine weitere mit Pferden gezogenen Kutsche, zwischen Weilheim und Rott verkehren zu lassen. Auch diese Bitte scheiterte.

Erst vier Jahre später reichte die Gemeinde Rott mit Bürgermeister Andreas Rauch beim Staatsministerium für Verkehrsangelegenheiten ein neues Gesuch ein, eine Motorpostlinie zwischen Rott und Weilheim einzurichten. Die umliegenden Gemeinden mit Ausnahme von Stoffen sprachen sich ebenfalls für die Linie aus. Endlich, im März 1911, teilte Oberpostdirektion Augsburg mit, unter bestimmten Voraussetzungen könne die Linie verwirklicht werden. Es müssten die Straßen entsprechend instand gesetzt sein und unterhalten werden. Zu jeder Jahreszeit müsse der einwandfreie Verkehr gewährleitet ein. Außerdem mussten sich die beteiligten Gemeinden bereit erklären, für ein Defizit bis zu einem Höchstbetrag von 3600 Mark aufzukommen. Natürlich brauchte es in Landsberg eine Motorwagenhalle für drei Fahrzeuge, in Rott einen beheizbaren Unterstellraum für zwei Motorwagen und in Weilheim für einen Wagen. Nach zähem Ringen übernahmen schließlich die Gemeinden den Räum- und Streudienst jedoch ohne Haftung. Am 31. Oktober 1912 war es soweit. Morgens um sieben fuhr der erste Motorpostwagen in Weilheim ab. In Rott kam ein zweiter mit Anhänger dazu und in Landsberg wurden die Fahrzeuge und die Halle in einem feierlichen Akt ihrer Bestimmung übergeben. Das ist nun 100 Jahre her.

 

© augsburger-allgemeine.de/landsberg/Von-der-Postkutsche-zum-Motorbus-id22915876.html

 

Alter Friedhof: I have a dream

Um nicht immer nur zu meckern, möchte ich auch gerne darlegen, was ich mir für die öffentliche Grünfläche des Alten Friedhofes wünschen würde:

  • Entwicklung der öffentlichen Grünfläche im Sinne der biologischen Vielfalt
  • gemeinsame Projekte von Naturschutzverbänden und der Bevölkerung  (z.B. gemeinsame Pflanzprojekte)
  • Naturschutzprojekte mit Schule, Kindergärten für das Gelände zur Umweltbildung
  • Blumenwiesen (Bienenweiden), Schmetterlingswiesen, heimische Gehölze, Nistkästen, Fledermausquartiere, Insektenhotels etc.

Ich finde diesen Traum weitaus naheliegender als die öffentliche Grünfläche Stück für Stück zu versiegeln und zu bebauen.

 

 

Fts. „sogenanntes Ärztehaus“

Am 29.11.2017 um 19 Uhr findet eine öffentliche Sitzung des Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschusses in Altrip im Sitzungssaal des Rathauses statt.
Tagesordnungspunkt 1: Bebauungsplan Ärztehaus.

Ich glaube, es ist der Öffentlichkeit nicht gestattet Fragen zu stellen oder Statements abzugeben. Das müsste in der Tagesordnung angekündigt sein, ist es aber nicht. Da das Thema sehr komplex ist und offenbar viele BügerInnen bewegt, wäre es doch gut, wenn man eine Bürgerfragestunde zum Thema einberufen würde. (Bürgerfragestunden sollten lt. Geschäftsordnung vierteljährlich stattfinden…)

However – ich gehe hin. Und ihr?

 

 

 

 

Das sogenannte Ärztehaus

Morgen, 24.11. um 12 Uhr endet die Einspruchsfrist gegen den Bebauungsplan des sogenannten Ärztehauses in Altrip. „Sogenannt“, weil ein dreistöckiges Wohnhaus mit 7 Wohnungen und 3 Arztpraxen meines Erachtens den Namen „Ärztehaus“ nicht verdient. Für dieses sogenannte Ärztehaus will der Gemeinderat ohne mit der Wimper zu zucken einen Teil der größten innerörtlichen Grün- und Parkfläche opfern (zudem noch ein ehemaliger Friedhof).
Warum?
Haben wir etwa zu wenig Wohnraum in Altrip? Wohl kaum. Das einzige was fehlt, sind Sozialwohnungen und die sind ja in dem Objekt nicht vorgesehen. Wir haben Leerstand im alten Ortskern und zwei Neubaugebiete und eine Brache mitten im Ort (ehemaliger REWE-Markt), die der ideale Standort für ein ernst gemeintes Ärztehaus ist. Was ist denn damit?
Ja die Praxis Dr. Walter und Kollegen braucht dringend größere Räumlichkeiten, gerne auch einen modernen Neubau, aber warum denn bitteschön auf dem Gelände des einzigen Parks in Altrip? Scheißegal, der Gemeinderat hat einem beschleunigten Verfahren ohne Prüfung sämtlicher auf der Hand liegenden Problematiken zugestimmt (Naturschutz? – alter heimischer Baumbestand, u.a. 2 ca. 90 Jahre alten Eichen / Verkehrsanalyse? – Tiefgaragenein- und ausfahrt und Gehwegparken auf dem Schulweg der Altriper Grundschüler / Bebauung? – 3-Geschossige Bauweise bei umliegenden 2-geschossigen Häusern und so weiter und so fort).
Gerade aktuell kursiert eine Petition gegen das Vorhaben, die die Sicherung des Baumbestandes im Fokus hat. Das ist für mich nur ein Punkt unter vielen aber gut, dass die Petition ins Leben gerufen wurde.
https://www.openpetition.de/petition/online/keine-abholzung-des-naturraumes-alter-friedhof
Den Bebauungsplan kann man hier anschauen/runterladen:
https://www.vg-rheinauen.de/vg_rheinauen/Leben%20in%20der%20VG/Bauen%20&%20Umwelt/Bauleitpl%C3%A4ne%20-%20Offenlage/%C3%84rtzehausV-BP_2017_09.pdf
Und hier können Sie die hanebüchenen Pläne und Begründungen lesen:
https://www.vg-rheinauen.de/vg_rheinauen/Leben%20in%20der%20VG/Bauen%20&%20Umwelt/Bauleitpl%C3%A4ne%20-%20Offenlage/

Am Mittwoch, den 29.11. um 19 Uhr findet eine öffentliche Sitzung des Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschusses statt. Tagesordnungspunkt 1 ist der Bebauungsplan „Ärztehaus“.

St. Alba läutet wieder die Glocken

Seit zwei Tagen werden wieder die Schrottscheren und -pressen und Schrottplumpskräne bedient – weit über 22 Uhr hinaus und auch gleich morgens früh. Es gibt kein Entkommen. Anbei eine Tonaufnahme mit meinem Handy am offenen Fenster aufgenommen. Auch wenn dem geneigten Zuhörer das so vorkommen mag: nein, wir wohnen nicht auf dem Gelände von Schrott Wetzel / Alba.

Atelierbesuch


Vor kurzem habe ich das Atelier der Künstlerin Susanne Wolf-Kaschubowski in Altrip besucht. Mir haben es die Arbeiten mit Treibholz und anderem Naturmaterial angetan. Es gibt auch schöne Miniaturen und gerade vor Weihnachten könnte sich ein Besuch lohnen – denn hier findet man vielleicht auch das besondere Weihnachtsgeschenk und außergewöhnliche Weihnachtskarten. BesucherInnen sind in der Galerie natürlich auch ohne Kauf- nur mit Kunstinteresse herzlich willkommen 😉
(Wo? Ortsausgang von Altrip, Bezirksstraße, kurz vor der Tankstelle rechts)
http://atelier-swk-altrip.de/

Schlechte Laune 3.0

Da fährt man in Barcelona morgens früh mit dem Bus zum Flughafen. Steigt in den Flieger nach Frankfurt, nimmt dort den Zug und fährt nach Mannheim. In Mannheim setzt man sich in die Straßenbahn 1 und möchte an der Friedrichstraße die Linie 98 nehmen, um nach Altrip zu fahren und steht dann fassungslos vor dem Fahrplan und stellt fest, dass die Linie 98 zwischen 10.10 Uhr und 13.35 Uhr einfach mal ganz gepflegt Pause macht. Hallo? Geht nicht mal ein stündlicher Takt? Willkommen daheim!

Prima Klima(schutzaktion) am Samstag 21.10.17

Am Samstag, 21.10., 11 bis 12 Uhr gibt es vor Block 9 des GKM (am Fähranleger Mannheimer Seite) eine Protestaktion „Klima retten – Kohle stoppen“, zu der der BUND eingeladen hat. Aus Anlass der 23. Weltklimakonferenz, die am 6.-17.11. auf den Fidschi-Inseln stattfindet (und vielleicht auch als kleiner Merkzettel für die Koalitionsverhandlungen in D), soll mit der Protestaktion dem notwendigen Ausstieg aus der Kohle-Verbrennung Nachdruck verliehen werden. Neben Treibhausgasen werden bei der Kohleverstromung auch jede Menge Gifte in die Luft geblasen. Nein, das ist nicht alles Wasserdampf.
Das GKM ist bspw., was den Quecksilberausstoß von Steinkohlekraftwerken betrifft, deutschlandweit auf den vordersten Rängen mit dabei. Und das ohne Not, da man diesen Ausstoß mit relativ wenig Aufwand deutlich reduzieren könnte. Ach egal, wen interessieren die Krebskranken von morgen?

 

 

Die Sorgen des kleinen Mannes

Unser DVU-Gemeinderat schreibt ja auf seiner Webseite und seinerzeit auf seiner Wahlwerbung, er kenne die „Sorgen des kleinen Mannes“. Ich habe mich immer gefragt, welche Sorgen das wohl sind? Sind es vielleicht die Sorgen, dass der kleine Mann, weil er den Hitlergruß bei der Arbeit für eine angemessene Abschiedsgeste hält, gemeinerweise gefeuert wird, dass im Mai ein großer Artikel mit Fotos und vollem Namen in der Bildzeitung über ihn steht als hätte er was Übles angestellt (war doch nur üblicher Rassismus), dass er nun auch aus dem Gemeinderat ausgeschlossen werden soll wie heute in der Rheinpfalz zu lesen ist, dass er blöderweise nur beinahe Schöffe wurde (da hätte er mal Rechts und Ordnung walten lassen können)?
Sind sie das … die Sorgen des kleinen Mannes? Ja Mensch, die wollte ich auch nicht haben.

Rheinpfalz heute: http://www.rheinpfalz.de/lokal/aus-dem-suedwesten/artikel/mutmasslicher-hitlergruss-buergermeister-will-ex-rnv-mitarbeiter-aus-rat-ausschliessen/?utm_source=mailshare&utm_medium=RHP-Web (heute kostenlos)
Bildzeitung im Mai 2017: http://www.bild.de/bild-plus/news/inland/neofaschismus/mit-hitlergruss-in-den-feierabend-51908602,view=conversionToLogin.bild.html (kostenpflichtig, aber mit schönen Bildern)