Bürgerplätze in der VG Rheinauen

Werfen wir einen Blick auf die schönen Seiten des Lebens: Auf einem belebten Platz auf einer Bank sitzen, andere Menschen treffen, ein Brunnen plätschert, im Sommer spenden Bäume Schatten … Wie sieht es aus mit Bürgerplätzen, Plätzen für Bürger, in unserer Verbandsgemeinde?

In Waldsee gibt es den Schwanenplatz mit Hammelbrunnen und Bänken, auf die man sich zum plaudern mit einem besonders leckeren Eis setzen kann.
Schwanenplatz_Waldsee_giehlIn Neuhofen können die Bürger auf dem “Partnerschaftsplatz” mit Brunnen und Bänken unter einem Laubengang sitzen und chillen.Neuhofen_Partnerschaftsplatz_Rudolf Stricker
In Otterstadt können die Bürger auf dem Königsplatz am Stickelspitzererbrunnen einen Plausch halten oder die Seele baumeln lassen.
otterstadt_i_GiehlUnd in Altrip können ähm tja die … Autos schön auf dem historischen Platz vor der alten Maxschule (Partnerschaftsplatz?) baden und parken. Schließlich gehört der Platz zum aufwändig sanierten historischen Ensemble von Rathaus und alter Maxschule. Er ist also wie geschaffen für einen Parkplatz – für Bürger, nicht für Autos verdammt! Auf diesen Platz gehören Bänke, ein Brunnen, wieder herrschaftliche Kastanien und zusätzlich ein Bouleplatz oder Barfußpfad oder irgendwas für MENSCHEN. Ganz im Ernst: was für ein Armutszeugnis für unsere Gemeinde, dass wir mitansehen wie der Platz als Autoparkplatz missbraucht wird und zur ölverseuchten Matschepampe verkommt im Ortskern unseres schönen Dorfs.
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© Fotos: Waldsee, Otterstadt: Immanuel Giehl; Neuhofen: Rudolf Stricker; Altrip: ein Opel Astra

Altrip wieder mal erfolgreich abgehängt!

schlangeWie gestern in der Rheinpfalz zu lesen war, wurde Altrip mal wieder erfolgreich abgehängt vom attraktiven ÖPNV-Angebot der Metropolregion, in deren Herzen Altrip liegt. Dem Auto-Bürgermeister zufolge, soll es keine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs in Richtung Mannheim (SAP-Arena) geben. 1/3 der Altriper Berufspendler und mehr als 50 pendelnde Schülerinnen und Schüler dürfen die nächsten Jahre weiterhin in die Auspuff-Röhre schauen und/oder sich in die Fährschlange einreihen. Und ich sage bewusst “die nächsten Jahre”, genau genommen die nächsten 10 Jahre, denn 2015/2016 wird der Nahverkehrsplan für die nächsten 10 Jahre entwickelt und alles, was in diesem nicht aufgenommen ist, wird es auch nicht geben. Punkt.

Sich zwei Jahre vor dem großen Verkehrs-GAU – dem Hochstraßen-Abriss in Ludwigshafen – hinzustellen und zu sagen, man hätte keinen Bedarf an einem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, ist gelinde gesagt zynisch und sehr sehr kurzfristig gedacht. Jeder, der eins und eins zusammenzählen kann, der schon mal in der Fährschlange stand als gerade in LU an einer der Brücken gearbeitet wurde, weiß, was in zwei Jahren auf uns zurollt. Ein Brummmeister aber, dessen visionäre Kraft sich einzig auf das Auto zu richten scheint, kommt dann auf so haarsträubende Ideen, wie den Ludwigshafener Brückenverkehr über unseren Damm auf die Fähre leiten zu wollen. Ja vielen Dank auch.

Aber zurück zur Absage des Bürgermeisters Brumm Brumm zum geplanten Ausbau des ÖPNV nach Mannheim über die Fähre: Wer Informationsbedarf hat, dem empfehle ich den Blogartikel zum Thema „geplante Buslinie nach Mannheim“ vom November 2014. Dort habe ich zusammengefasst, was in zwei konstruktiven Sitzungen des (von den Grünen ins Leben gerufenen) Arbeitskreis Verkehr mit Unterstützung von Experten von VRN und rnv analysiert und erarbeitet wurde. Die Analysen haben ergeben, dass

  1. Laut Pendlerstatistik und Auswertung des MIV-Index durchaus ein Bedarf an einem Ausbau der Busverbindung über die Fähre nach Mannheim besteht
  2. es einen sinnvollen Zusammenschluss mit einer Mannheimer Buslinie geben könnte mit vielen Vorteilen.

Da das Altriper Dorfoberhaupt es offenbar nicht kapieren will oder kann, erkläre ich gerne zum 100. Mal, dass man einen Bedarf nicht daran messen kann, ob ein schlechtes, unzureichendes und unzuverlässiges Angebot genutzt wird oder nicht. Der Bedarf für die Einrichtung einer ÖPNV-Linie wird anhand der Pendlerstatistik und dem MIV-Index (Motorisierter Individual Verkehr) ermittelt. Und der Bedarf für einen Ausbau des ÖPNV von Altrip Richtung Mannheim ist ganz OBJEKTIV gegeben.

Im übrigen, entstünde auch kein „Parallelverkehr“, wie es im Artikel heißt, wenn man einen größeren Bus nach Mannheim einsetzen würde, denn der größere Bus würde die nicht barrierefreien Taxis ERSETZEN. Unser geschätztes Taxiunternehmen würde dennoch genug Aufträge haben, da parallel zum größeren Bus auch verschiedene Ruftaxiverkehre eingerichtet werden sollten.

Die Pläne waren alle wohlüberlegt, ausgewogen und konstruktiv, aber scheißegal, sie werden einfach ignoriert. Der Brummmeister ignoriert nicht nur die Ergebnisse des Arbeitskreis Verkehr, sondern schlimmer noch er ignoriert einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss, der ihn u.a. auffordert sich für die Pläne eines größeren Fährbusses nach Mannheim einzusetzen und über den Fortgang der Verhandlungen dem Gemeinderat zu berichten. Beides hat er m.E. nicht getan. Aber darum müssen sich die entsprechenden Gremien und vor allem der Gemeinderat kümmern.

Aber das ganze hat auch ein Gutes: ich habe was kapiert. Hier in Altrip braucht man mit Vernunft, sachlicher Analyse und Expertenrunden hinter verschlossener Tür nicht ankommen. Wir Bürger müssen lautstark sagen: WIR WOLLEN ANSCHLUSS. AN DIE ZUKUNFT.
Sonst bewegt sich nichts.

Altrip ist bunt!

… und pfeift auf Nazis. Die Mehrheit zumindest. Wer am Freitag Abend auf dem Vorplatz des TUS stand, hat es gespürt: hier passiert gerade etwas Großartiges: Ein bunter Querschnitt von Altriper Bürgern, Jung und Alt stehen zusammen gegen den Aufmarsch einer Partei, die in ihrer Namensgebung, Symbolik und Bildsprache mit der Nähe zum III. Reich spielt, völkisch argumentiert, rassistisch hetzt und martialisch daher kommt.
(Siehe auch Rheinpfalz-Artikel vom 12. März 2016.)

11.3.16

 

 

Schöne Bescherung: Altrip macht zu

Getreu dem absolutistischen Motto “Le village c’est moi” steht im Amtsblatt zu lesen, dass die Ortsgemeinde zwischen den Jahren geschlossen hat. Nicht das Rathaus, nicht die Ortsgemeindeverwaltung, sondern gleich der ganze Ort hat zu. Tja liebe Altriper, jetzt heißt es Koffer packen, vielleicht bekommen wir Asyl in Waldsee?

zu

Waunachtsmarkt mit Wuffins

Heute wurde ein Kommentar zum Thema “Hundesteueroase” gepostet, den ich so köstlich finde, dass ich ihn lieber an dieser Stelle veröffentliche :-)

“Bellofreunts” schrieb:
In einem Ort, in dem die Vierbeiner und -räder die Varianten mit zwei dominieren, darf der ultimative Hundeweihnachtsmarkt nicht fehlen. Wohin soll der tiefenentspannte Hund nach Wellness, Massage und Pendelbehandlung denn auch gehen, wenn nicht dorthin, wo es angenehm duftende Hundemuffins für ihn käuflich zu erwerben gibt? Auch wenn ihn die vielen unterschiedlichen Gerüche, Eindrücke, Geräusche und das Gedrängel aus seiner hart erarbeiteten Balance bringt. Ist diese Vermenschlichung artgerecht oder ein Fall für den Tierschutzbund?
Wird in Zukunft Frauchen oder Herrchen mit dem als Monster verkleideten Liebling um die Blöcke ziehen und bei Halloween Leckerlis ohne Zucker mit dem Spruch “Süßes oder Saures” einfordern? Oder am Valentinstag – da darf der fesche Rüde für die Auserkorene dann auch keine Duftmarken mehr hinterlassen, sondern muss ein Blumenbouquet schicken. In dieser Konsequenz sollte an Silvester auf die unerträgliche Ballerei in und am Rande von Naturschutzgebieten zugunsten unserer wichtigen Mitbürger auch verzichtet werden. Das würde nicht nur Bello freuen!

wuffin